Widerrufsrecht

Seit dem Jahr 2002 sieht § 495 BGB vor, dass dem Verbraucher im Rahmen eines Darlehensvertrages ein 14-tägiges Widerrufsrecht einzuräumen ist. Über dieses muss die Bank den Kunden eindeutig und transparent informieren. Hintergrund ist, dass der Darlehensnehmer vor einem übereilten Vertragsabschluss mit langfristigen Folgen geschützt werden soll.

Zahlreiche dieser Widerrufsbelehrungen haben sich als fehlerhaft erwiesen. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt in ihrer Stellungnahme zu diesem Thema aus:

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale haben die Kreditinstitute bei deutlich mehr als 66 Prozent der Darlehensverträge keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erteilt; knapp die Hälfte davon (etwa 30 Prozent von allen untersuchten Fällen) betreffen Belehrungen, die bereits von der Rechtsprechung als fehlerhaft beurteilt worden sind.
Stellungnahme der Verbraucherzentrale Hamburg

Rechtsfolge der fehlerhaften Widerrufsbelehrung ist, dass die 14-tägige Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt. Dies führt dazu, dass ein Widerruf oftmals noch Jahre nach Vertragsabschluss erklärt werden kann.

 

Doch was bedeutet dies konkret für Sie als Verbraucher?

Nach unserer Erfahrung birgt allein die Möglichkeit eines wirksamen Widerrufs erheblichen Verhandlungsspielraum mit der Bank. Im Rahmen der Korrespondenz lässt sich vielfach der vereinbarte Zinssatz erheblich senken. Dadurch kann die monatliche Belastung oder die Laufzeit des Darlehens verkürzt werden.

Wird der Widerruf tatsächlich erklärt, führt dies zunächst einmal dazu, dass die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren sind. Das heißt, die Bank kann die Rückzahlung des Darlehens zuzüglich Zinsen verlangen. Auf der anderen Seite können Sie als Darlehensnehmer die Rückzahlung sämtlicher Raten von der Bank verlangen, und zwar ebenfalls zuzüglich Zinsen. Dabei kann die Bank jedoch nach der Rechtsprechung lediglich den Zins verlangen, der bei Abschluss des Vertrages marktüblich war während der Darlehensnehmer den regelmäßig höheren Verzugszins geltend machen kann. Bereits auf diese Weise reduziert sich die verbleibende Restschuld oftmals erheblich.

Darüber hinaus führt ein wirksamer Widerruf dazu, dass der verbleibende Betrag zu den derzeit äußerst günstigen Zinskonditionen am Markt umgeschuldet werden kann. Auch die Möglichkeit einer Sondertilgung ist in Erwägung zu ziehen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt im Falle eines wirksamen Widerrufs ebenfalls nicht an.

 

Sie sind Gewerbetreibender?

Die Frage, ob die für den Verbraucherdarlehensvertrag ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch auf gewerbliche Darlehensverträge übertragbar ist, ist derzeit nicht geklärt. Zwar sind Gewerbetreibende keine Verbraucher. Es sprechen jedoch einige Argumente für eine Übertragbarkeit der Argumentation.

Gerne beraten wir Sie zu Ihren rechtlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit Ihrem Darlehensvertrag.

 

Profitieren Sie von unserer Erfahrung!

Wir prüfen Ihren Darlehensvertrag gebührenfrei und unbürokratisch auf die Möglichkeit eines Widerrufs. Gerne können Sie zur Kontaktaufnahme das Kontaktformular auf dieser Seite verwenden. Wir geben Ihnen dann schnellstmöglich Bescheid.

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Rechtsanwalt
Christian Nowak
 
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
 
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Nowak Rechtsanwälte ist eine Bürogemeinschaft, bestehend aus Mutter und Sohn. Seit 1986 steht der Name Nowak für professionelle Rechtsberatung in Berlin.

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